Ein Deutsches Requiem

von Johannes Brahms

Alumni-Chor Universität Hamburg

Kreiskammerorchester Ostholstein e.V.
Solisten: Caroline Bruker, Sopran - Sönke Tams Freier, Bass-Bariton
Leitung: Felix Renner (Orchestereinstudierung: Felix Lüttig)

 

Ein deutsches Requiem...

nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor und Orchester, so lautet der vollständige Titel des Opus 45. Johannes Brahms wählte ihn mit Bedacht: ein Requiem in deutscher Sprache ist es! Und keine weitere Vertonung des tradierten Textes im Rahmen einer liturgischen Messe für Verstorbene, der verlangt, Gläubigen den „Tag des Zorns“ und das Jüngste Gericht in Erinnerung zu bringen.
Dies widersprach Brahms‘ starkem Bedürfnis, mit einem Requiem die Menschen, die Lebenden, anzusprechen. Trauer und Trost sollten an die Stelle von Leid und Schrecken treten. Brahms schuf sich sein eigenes Libretto: Aus seiner Luther-Bibel hatte er, über Jahre hinweg, sorgsam Textstellen herausgesucht und daraus „eine Art Ganzes“ geformt. In schlussendlich sieben Sätzen findet man sie kunstvoll und tiefsinnig aneinandergefügt.
Die ersten Worte des deutschen Requiems lassen sich wie ein Leitgedanke und ein Versprechen lesen: „Selig sind, die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden.“ Damit bildet sein Werk auch musikalisch eher das Gegenstück zu einer kirchlichen Totenmesse – allerdings endet sein Requiem nicht, ohne der Verstorbenen zu gedenken. „Selig sind die Toten, die in dem Herrn sterben...“ ruft Brahms ihnen im letzten Satz nach. Ob er sie auf ihrem Weg zu „den letzten Dingen“ wähnt, lässt er offen.
Brahms lag daran, Leid zu lindern, die Lebenden mit ihrem schweren Los zu versöhnen und zu ermutigen. Er wird selbst ein Suchender gewesen sein:

… ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung der Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden …“, bekundete er.


Brahms hat uns Lebenden ein zutiefst berührendes „menschliches Requiem“ geschenkt, dessen Aufführung lange sehr großen Chören und Orchestern vorbehalten war. Doch seit es kammermusikalische Fassungen gibt, können sich auch kleiner besetzte Ensembles wie der Alumni-Chor Universität Hamburg und das Kreiskammerorchester Ostholstein den Wunsch erfüllen, sein Werk zur Aufführung zu bringen.
In der kammermusikalischen Bearbeitung von Joachim Linckelmann bewahren elf Instrumentalstimmen ein orchestrales Timbre. Diese können eine Fülle von Klangfarben hervorbringen, erleichtern zugleich ein transparentes und ausgewogenes Zusammenspiel mit den Vokalstimmen. Der Gesang der Solisten und des Chores entspricht dabei genau dem Original, so dass auch die eigentümliche Ausdruckskraft von Brahms‘ Libretto bewahrt bleibt. Die biblischen Worte, deren Poesie, die Gedanken, die sie anstoßen, haben erheblichen Anteil an der schönen eindringlichen Wirkung des ganzen Werkes.

 

Nicht selten wird „Ein deutsches Requiem“ als ein zutiefst humanistisches Werk bezeichnet. In der kammermusikalischen Version wird Brahms in diesem Sinne womöglich besonders gut zu Wort kommen.

Alumni-Chor Universität Hamburg

Kreiskammerorchester Ostholstein

Johannes Brahms im Alter von 33 Jahren
(Fotografie aus dem Jahr 1866)


Sonnabend
15. Juli

19:00 Uhr

KörberHaus

Holzhude 1 - 21029 Hamburg-Bergedorf

27,00 / 23,00 / 18,00 Euro (Preiskategorien, s. Saalplan)


Bergedorfer Musiktage e.V.

Brookweg 45 · 21465 Wentorf bei Hamburg

Öffnungszeiten: Montag, Dienstag, Mittwoch von 10:00 – 12:00 Uhr

E-Mail: mail [at] bergedorfer-musiktage.de